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Impuls zum 1. März 2026

Zum 2. Fastensonntag

Von Albert Hohmann (Föhren), pax christi Trier

Der Segen Abrahams
Die Lesungen des Sonntags stellen uns zwei zentrale Gestalten unseres Glaubens vor: den gesegneten Abraham und den geliebten Sohn.

Der Segen Abrahams
1 Der HERR sprach zu Abram: Geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde! 2 Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. 3 Ich werde segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den werde ich verfluchen. Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen. 4 Da ging Abram, wie der HERR ihm gesagt hatte.
Der HERR handelt, er segnet

Nach den zuvor im ersten Testament dargestellten chaotischen Zuständen (Sündenfall, Gewalt, Sintflut, Hybris in Babylon) eröffnet der erste Abschnitt der Abramgeschichte (später Abraham) einen neuen Heilsweg. Abram wird herausgerufen aus seiner alten Heimat in Mesopotamien, aus seiner Sippe und seiner Familie. Es wird ihm ein neues Land und eine große Nachkommenschaft verheißen. Der Segen des HERRN ruht auf ihm und er wird zu einem Segen für die Anderen. Abram hört die Verheißung und geht.

Die weiteren Geschichten im Buch Genesis über Abraham wie zum Beispiel die unerwartete Mutterschaft seiner Frau Sarah erzählen von diesem Segen. Seine Geschichte wird zum Ausgangspunkt für die Geschichte des HERRN mit seinem Volk Israel. Abraham wird zum Vater des Glaubens. Er ist identitätsstiftend für Israel. Sein Handeln steht im Kontrast zur Selbstüberhöhung der Turmbauer von Babylon, er macht sich im HERRN fest. Sein Weg bringt den Menschen Heil. Was er in Abraham begonnen hat, wird er in seinem „geliebten Sohn“ vollenden.

Auch uns möge der HERR segnen und zum Segen werden lassen:

„Der Herr, der verspricht: „Ich bin bei euch alle Tage“,
schenke euch, was ihr als Mitarbeiter braucht auf dem Weg mit den Menschen.
Er gebe euch Augen, die erkennen, was den anderen bewegt.
Er befähige eure Hände aufzugreifen, was dem andern guttut.
Er begleite eure Füße auf den Wegen, die ihr mit anderen geht
durch ihre Tiefen und Höhen
Sein Geist wirke in euch – und durch euch,
dass Glaube, Liebe und Hoffnung neu wachsen, und ihr Frucht bringt, die bleibt.
Sein Friede bewahre eure Gefühle und Gedanken

Die Verklärung Jesu
1 Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes zu sich und führte sie auf einen hohen Berg. 2 Und er wurde vor ihnen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. 3 Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elija und redeten mit Jesus. 4 Und Petrus antwortete und sagte zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. 5 Noch während er redete, siehe, eine leuchtende Wolke überschattete sie und siehe, eine Stimme erscholl aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. 6 Als die Jünger das hörten, warfen sie sich mit dem Gesicht zu Boden und fürchteten sich sehr. 7 Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf und fürchtet euch nicht! 8 Und als sie aufblickten, sahen sie niemanden außer Jesus allein. 9 Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemandem von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt ist! 

Geliebter Sohn
Jesus begibt sich auf den Weg nach Jerusalem, wo ihn Spott, Hohn Leid und schließlich das Kreuz erwarten. Auf diesem Weg ist die Perikope von Jesu Verklärung eingefügt. Sie wird so zum Zeichen, dass Leid und Tod nicht das letzte Wort haben, sie ist Hinweis auf die Auferweckung.

In der Szene auf einem Berg werden die Zeichen in der Schrift für göttliche Offenbarungen sichtbar: der Berg als Ort – wie beim Durchzug durch die Wüste für Moses; der Lichtglanz – wie die Wolke der Herrlichkeit auf dem Sinai, das strahlende Gesicht von Moses nach seiner Begegnung mit dem HERRN, bei der Wolke über dem Offenbarungszelt; die Stimme vom Himmel wie bei der Taufe.

Die Gesprächspartner Moses als Typos des Messias und Elija als Vorläufer weisen ebenso auf den Messias hin. Sie verkörpern das Gesetz und die Propheten, deren Erfüllung Jesus als Messias verwirklicht.
Was die drei Jünger sehen und hören, lässt sie in Furcht zu Boden gehen. Jesus befreit sie daraus, schärft ihnen aber ein, von dem Gesicht bis zur Auferweckung zu schweigen.

Auf Ostern zugehen
Die Leidensgeschichten haben nicht mit Jesus geendet. Die Geschichte weiß von unendlich vielen und täglich kommen neue hinzu. Unter den Geschichten der vielen Katastrophen, Gewalttaten und Kriege will ich auf die kürzlichen Geschehnisse im Iran etwas eingehen. Wahrscheinlich sind in zwei Tagen tausende Menschen umgebracht worden, dazu kommen die Verwundeten, die Gefangenen und auch nach und nach die Hingerichteten. Sniper schossen gezielt auf die Augen, bei Frauen auch auf die Brüste. Verletzte wurden in Krankenhausbetten erschossen. Familien mussten ihre Toten für die Beerdigung freikaufen. Einer Journalistin wurde gesagt, man traue sich nicht mal mehr zu weinen. Unsägliches Leid ist über die Menschen gekommen. Sie können sich nur wünschen, dass die Machthaber damit nicht durchkommen. Ich weiß auch nicht, inwieweit der Islam ihnen Halt gibt, wo sie durch eine Herrschaft, die sich auf ihn beruft, bedroht werden.

Uns Christen wurde die Geschichte von der Verklärung hinterlassen. Sie setzt den Leidensweg Jesu nicht aus, weist uns aber inmitten von Leid an vielen Orten der Erde auf Ostern, die Auferweckung Jesu hin. Dieser Blick auf die Auferstehung bedeutet, dass die Schergen dieser Welt nicht das letzte Wort haben. Gott hört die Stimmen der Klagenden und will ihnen seinen Frieden geben, ihr Leben vollenden. Bei seinem „Geliebten Sohn“ hat er den Anfang gemacht.

Kurt Marti ANDERES OSTERLIED
Das könnte den Herren der Welt ja so passen,
wenn erst nach dem Tode Gerechtigkeit käme,
erst dann die Herrschaft der Herren,
erst dann die Knechtschaft der Knechte
vergessen wäre für immer, vergessen wäre für immer.

Das könnte den Herren der Welt ja so passen,
wenn hier auf der Erde stets alles so bliebe,
wenn hier die Herrschaft der Herren,
wenn hier die Knechtschaft der Knechte
so weiterginge wie immer, so weiterginge wie immer.

Doch ist der Befreier vom Tod auferstanden,
ist schon auferstanden und ruft uns jetzt alle
zur Auferstehung auf Erden,
zum Aufstand gegen die Herren,
die mit dem Tod uns regieren, die mit dem Tod uns regieren